Zusammen mit meinen Freunden vom Sprachaufenthalt wollte ich meinen Mut ein wenig auf die Probe stellen. Wie könnte man dies besser tun, als mit Bungee Jumping; und das von der höchsten Bungee-Brücke der Welt! Nebenbei würden wir der  wunderschönen Route 62 folgend auch die vielversprechende Cango-Cave besichtigen können. Das Abendteuer könnte nicht aufregender sein.

Tag 1

Von Cape Town aus haben wir ein Auto gemietet und sind am Freitagabend die erste Teilstrecke Richtung Tsitsikamma Nationalpark gefahren. Übernachtet haben wir dann in einem wunderschönen Haus (GuBas de Hoek) im kleinen Städtchen Robertson.

Oktober 2019 – Unterkunft GuBas de Hoek

Oktober 2019 – Unterkunft GuBas de Hoek

Tag 2

Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es dann der Route 62 entlang bis zur Cango Cave. Die Route 62 ist einer der schönsten Strecken, wenn nicht die Schönste, die durch Südafrika führt. Die Vegetation ist unglaublich vielfältig und macht aus dem langen Roadtrip ein kurzweiliges Ereignis – von der trockenen Steppengegend zur Weinbergregion ist alles zu sehen.

Nach ca. drei Stunden Fahrt kamen wir bei den Cango Caves an. Dieses Höhlensystem ist ebenfalls eines der Schönsten weltweit. Die Höhle ist über vier Kilometer lang. Leider ist aber nur ein Bruchteil zu besichtigen. Dennoch ist bereits dieser sehr imposant. Extra dafür hergerichtete Figuren lassen erahnen, wie zu früheren Zeiten Menschen darin gelebt haben.

Oktober 2019 – Cango Caves

Oktober 2019 – Cango Caves

Oktober 2019 – Cango Caves

Nach der Höhlenbesichtigung ging es weiter zur zweiten Unterkunft (de oude meul lodge), in der wir den Nachmittag durch ein wenig ausspannten und endlich unser Mittagessen zu uns nehmen konnten. Denn nach dem Frühstück um ca. 08.00 Uhr hatten wir bis 15.00 Uhr nichts mehr gegessen gehabt. Wenn ich hungrig bin, kann ich ziemlich ungeduldig werden, was dann meine Freunde auch bemerkt hatten. Sie nahmen es jedoch mit Humor #hangry…

Oktober 2019 – Unterkunft de oude meul lodge

Oktober 2019 – Unterkunft de oude meul lodge

Tag 3

In den frühen Morgenstunden ging es am Sonntag weiter zum Tsitsikamma-Nationalpark. Von unserer Lodge aus waren es weitere drei Stunden Fahrt. Und mit jedem Kilometer, den wir uns unserem Ziel näherten, stieg die Nervosität. Am Ziel angekommen, mussten wir uns registrieren und dann ging es auch schon los…

 

Zuerst ging es via Zipline zur Station in der Mitte der Brücke. In diesem Moment realisierte ich zum ersten Mal, wie hoch die Brücke ist und wie weit es nach unten geht. Nach einer kurzen Instruktion sprangen bereits die ersten von der Brücke. Ich war als Sechste an der Reihe und kurz bevor mir die Beine zusammengebunden wurden, kullerten ein paar Tränchen über meine Wangen. Ich hatte richtig Schiss! Doch meinem Motto „Ganz oder gar nicht“ blieb ich treu! Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und versuchte mich einfach zu entspannen, tief ein- und auszuatmen.

Nun stand ich da und dachte mir nur, WTF?! Was mach ich hier bloss… Wie im Video zu sehen ist, sah ich ein letztes Mal in die Kamera, hoffte dass alles gut gehen würde und dann „sprang“ ich auch schon dem Abgrund entgegen. Leider nicht ganz so elegant, wie ich eigentlich wollte, da mich in diesem Moment jegliche Kraft verlassen hatte.

Nachdem ich wieder festen Boden unter den Füssen hatte, musste ich mich erst ein wenig hinsetzen, da mein Körper noch immer zitterte und das ganze Adrenalin verarbeitete. Das alles kam mir doch noch etwas surreal vor. War ich wirklich gesprungen? – Ja! Ich hatte es wirklich durchgezogen!

Als wir alle gesprungen waren und sich die Aufregung bei allen wieder etwas gelegt hatte, begaben wir auf die lange Rückfahrt nach Cape Town auf.  Sichtlich stolz, dieses Abendteuer gemeistert zu haben. Ob ich allerdings nochmals springen würde, kann ich nicht garantieren.